In 10 Jahren nachhaltige Energie für Alle

Filed in Climate Change, Natural Capital by on 02/01/2014

 

Solarkocher in Somalia (Credit: Sun Fire Cooking)

Solarkocher in Somalia (Credit: Sun Fire Cooking)

Der Jahresbeginn war auch der Beginn der „UN-Dekade der nachhaltigen Energie für Alle“. Mit ihrem einstimmigen Beschluss wollen die 193 Mitgliedsstaaten der UN-Vollversammlung in den nächsten 10 Jahren ihre Bemühungen verstärken, allen Menschen einen sicheren und bezahlbaren Zugang zu überwiegend nachhaltigen und klimafreundlichen Energiequellen zu ermöglichen. Nachdem eine UN-Resolution bereits das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der nachhaltigen Energie für Alle“ erklärte, unterstreicht die nun beschlossene UN-Dekade nochmals die Bedeutung einer nachhaltigen Energieversorgung für die weitere Entwicklung der Menschheit.

Während es in den Industriestaaten vor allem darum geht, Energie effizienter und aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, haben in anderen Regionen etwa 1,3 Milliarden Menschen überhaupt keinen Zugang zu Strom. Geschätzten 2,6 Milliarden stehen nur getrockneter Dung, Ernteabfälle oder gesammeltes Holz fürs Kochen und Heizen zur Verfügung.  Selbst wenn in den betroffenen Regionen eine moderne Energieversorgung verfügbar wäre, bliebe sie dennoch für Millionen unerschwinglich. Deshalb betont die Deklaration beides: die nachhaltige und klimaschonende Erzeugung von Energie und eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung für alle Menschen weltweit.

Die UN-Dekade wird unterstützt von der globalen Initiative „Sustainable Energy for All“, die 2011 von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon ins Leben gerufen wurde. Die Initiative hat sich bis zum Jahr 2030 vor allem drei Ziele gesetzt:

  1. allen Menschen weltweit einen Zugang zu einer modernen Energieversorgung zu ermöglichen
  2. die Energieeffizienz weltweit zu verdoppeln
  3. den Anteil erneuerbarer Energien am globalen Energiemix zu verdoppeln

Deutschlands holpriger Start in die UN-Dekade

Für UN-Mitglied Deutschland war es ein recht holpriger Start in die UN-Dekade der nachhaltigen Energie für Alle. So meldete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, dass im letzten Jahr aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle so viel Strom gewonnen wurde wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der überraschende Erfolg der erneuerbaren Energien kann eben nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch der oft gelobte Umwelt-Primus Deutschland nach wie vor seine Energie  vor allem aus Kohle und anderen fossilen Brennstoffen gewinnt. Die Stromerzeugung aus Braunkohle war zwar etwas effizienter als im Jahr zuvor, dafür wurden 4 Prozent mehr Steinkohle verfeuert. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland auch 2013 weiter gestiegen sind. Ein großer Schritt in Richtung Klimaschutzziele sieht anders aus.

Strom aus Braunkohle ist nicht zuletzt auch deshalb so lohnenswert, weil der Wert der Natur- und Kulturlandschaften, die für den Tagebau vernichtet werden, ebenso wenig im Preis enthalten ist wie die Gesundheits- und Klimafolgekosten. Und auch die CO2-Zertifikate haben bei einem Handelswert von unter 5 EUR längst ihre regulatorische Funktion verloren. Man wagt es kaum zu hoffen, dass es der Großen Koalition gelingen wird, endlich eine von Partei- und Brancheninteressen emanzipierte Strategie für eine Energiewende zu entwickeln, die genügend Spielraum und Flexibilität für die Umsetzung lässt, ohne gleich bei jedem Problem die eigenen Ziele zu opfern.

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